Ein Wochenende in Wien – Ein Muss

Ein Wochenende in Wien - Ein Muss
Ein Wochenende in Wien – Ein Muss 5 / 5 ( 51 vote)

Ein Wochenende in Wien – zwischen Kaffeehauskultur und kaiserlichem Flair

Die Ringstraße liegt still vor mir, als ich aus der U-Bahn steige. Noch bevor ich das erste Kaffeehaus betrete oder die Hofburg sehe, spüre ich diese Stadt bereits. Wien ist anders. Hier braucht niemand zu hetzen, und trotzdem pulsiert überall Leben. Zwischen den prächtigen Fassaden der Gründerzeit mischt sich der Duft frisch gebackener Apfelstrudel mit dem Aroma von Kaffeebohnen.

Das Wochenende hier wird mich durch eine der lebenswertesten Städte Europas führen. Und schon nach den ersten Schritten verstehe ich, warum Wien 2025 erneut zu den Top-Städtezielen gezählt wird.

Fakten zu Wien

  • Lage: Österreichische Hauptstadt an der Donau
  • Beste Reisezeit: April bis Juni und September bis Oktober
  • Highlights: UNESCO-Kaffeehauskultur, Schloss Schönbrunn, Stephansdom, Prater
  • Tipp: Mindestens drei Tage einplanen, um die Stadt richtig zu erleben

Kaffeehauskultur – mehr als nur ein Getränk

Am Vormittag sitze ich im Café Sperl. Die Marmortischchen glänzen sanft im Licht, während der Ober mir mit würdevollem Ernst eine Melange serviert. Seit 1880 steht dieses Kaffeehaus hier, und die Zeit scheint drinnen langsamer zu vergehen. Rund um mich rascheln Zeitungen, leise Gespräche mischen sich mit dem Klappern von Porzellantassen.

Diese Kaffeehauskultur gehört seit 2011 zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist kein Museum, sondern gelebte Tradition. Die Wiener sagen, ein Kaffeehaus sei ihr zweites Wohnzimmer. Mehr als eine halbe Million Menschen besuchen mindestens einmal pro Woche eines der rund 130 traditionellen Kaffeehäuser. Hier wird Zeit konsumiert, aber nur der Kaffee landet auf der Rechnung. Niemand drängt zum Aufbruch, und genau das macht den Zauber aus.

Prachtvolle Architektur entlang der Ringstraße

Der Spaziergang entlang der Ringstraße gleicht einer Reise durch die imperiale Vergangenheit. Auf über fünf Kilometern reihen sich Prachtbauten aneinander. Die Staatsoper erhebt sich majestätisch, das Burgtheater beeindruckt mit seiner neobarocken Fassade, und das Parlament wirkt wie ein antiker Tempel.

Zwischen den Gebäuden strömen Menschen vorbei, Straßenbahnen rattern über die Gleise, und immer wieder tauchen die typischen Fiaker auf – jene Pferdekutschen, die Besucher durch die Innenstadt kutschieren. Die Kutscher erzählen dabei Geschichten über die Stadt, und man erfährt mehr über Wien als aus manchem Reiseführer.

Der Stephansdom ragt mitten in der Altstadt empor. Sein gotischer Turm prägt die Silhouette seit Jahrhunderten. Von der Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über die Dächer, und man versteht, warum diese Stadt so kompakt und gleichzeitig so großzügig wirkt.

Was Sie hier unternehmen können

  • Spaziergang durch den Schlosspark von Schönbrunn mit Blick auf die Gloriette
  • Fahrt mit dem historischen Riesenrad im Prater bei Sonnenuntergang
  • Bummel über den Naschmarkt mit Verkostung internationaler Spezialitäten
  • Besuch eines klassischen Konzerts im Musikverein oder in der Staatsoper
  • Entdeckung des bunten Hundertwasserhauses mit seiner außergewöhnlichen Architektur

Schloss Schönbrunn und kaiserliche Erinnerungen

Am Nachmittag führt mich der Weg nach Schönbrunn. Das barocke Schloss liegt etwas außerhalb des Zentrums, aber die Anfahrt mit der U-Bahn dauert kaum zwanzig Minuten. Die gelbe Fassade leuchtet in der Sonne, während ich durch die weitläufigen Gartenanlagen spaziere.

Hier lebten einst die Habsburger, und ihre Pracht ist bis heute spürbar. Der Irrgarten lockt Familien, die Gloriette bietet einen herrlichen Ausblick über Wien, und im Schloss selbst führen prunkvolle Räume durch die Geschichte. Sissi und Franz Joseph sind allgegenwärtig, und ihre Geschichten werden lebendig.

Was mich besonders beeindruckt, ist die Ruhe in den Gärten. Trotz der vielen Besucher findet sich immer ein stiller Winkel, wo man auf einer Bank Platz nimmt und die Atmosphäre genießt.

Kulinarik zwischen Tradition und Moderne

Wien schmeckt. Das merke ich spätestens beim Abendessen. Das Wiener Schnitzel im Restaurant Figlmüller ist legendär – hauchdünn geklopft, goldbraun gebraten und größer als der Teller. Dazu gibt es Kartoffelsalat und einen kühlen Grünen Veltliner.

Aber Wien ist längst nicht nur Schnitzel und Sachertorte. Der Naschmarkt zeigt die internationale Seite der Stadt. Zwischen den Ständen drängen sich Einheimische und Touristen, probieren Antipasti, orientalische Gewürze oder frisches Obst. Am Samstag verwandelt sich ein Teil des Marktes in einen Flohmarkt, wo Antiquitäten und Kuriositäten die Besucher anlocken.

An einem der berühmten Würstelstände lasse ich den Abend ausklingen. Eine „Käsekrainer mit Buckel“ – so nennen die Wiener eine mit Käse gefüllte Bratwurst mit einem Stück Brot – gehört einfach dazu. Diese Würstelstände sind seit dem 19. Jahrhundert Teil der Stadt und werden genauso geliebt wie die Kaffeehäuser.

Ein Wochenende, das nachhallt

Am Sonntag streife ich noch einmal durch die Innenstadt. Der Stadtpark liegt ruhig da, die Johann-Strauss-Statue glänzt golden zwischen den Bäumen. Familien sitzen auf den Wiesen, Kinder spielen am Teich, und Jogger ziehen ihre Runden.

Wien hat mich nicht mit lauten Spektakeln beeindruckt, sondern mit seiner besonderen Art, Vergangenheit und Gegenwart zu verbinden. Die Stadt lebt ihre Traditionen, ohne museal zu wirken. Sie ist elegant, aber nicht abgehoben. Gemütlich, aber niemals langweilig.

Wer hierher kommt, sollte Zeit mitbringen. Nicht nur für die Sehenswürdigkeiten, sondern auch für die Momente dazwischen – für einen zweiten Kaffee im Café Sperl, für den Spaziergang ohne Ziel, für das Gespräch mit einem Fiaker-Kutscher. Wien zeigt sich nicht auf den ersten Blick, sondern enthüllt seinen Charme nach und nach.

Häufige Fragen (FAQ)

Wie viele Tage sollte man für Wien einplanen?

Für ein Wochenende sind drei Tage ideal. So bleibt genug Zeit für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten wie Schönbrunn, Stephansdom und die Hofburg, aber auch für entspannte Kaffeehausbesuche und Spaziergänge durch die verschiedenen Bezirke. Wer tiefer eintauchen möchte, kann problemlos eine ganze Woche verbringen.

Wann ist die beste Reisezeit für Wien?

Die Monate April bis Juni und September bis Oktober bieten milde Temperaturen um die 12 bis 20 Grad und eignen sich perfekt für Stadtbesichtigungen. Im Sommer kann es mit bis zu 25 Grad recht warm werden, während der Winter zwar mild bleibt, aber mit Temperaturen um den Gefrierpunkt eher kühl ist. Die Weihnachtsmärkte im Dezember sind allerdings ein besonderes Erlebnis.

Braucht man in Wien ein Auto?

Nein, das öffentliche Verkehrsnetz aus U-Bahn, Straßenbahn und Bus ist hervorragend ausgebaut und bringt Besucher schnell und günstig zu allen wichtigen Punkten. Die meisten Sehenswürdigkeiten in der Innenstadt sind zudem zu Fuß erreichbar. Ein Auto ist eher hinderlich, da Parkplätze knapp und teuer sind.

Was kostet ein Kaffee im Wiener Kaffeehaus?

Eine klassische Melange kostet in traditionellen Kaffeehäusern zwischen 4 und 6 Euro. Dafür darf man so lange sitzen bleiben, wie man möchte. Die Preise haben sich seit 2021 allerdings teilweise deutlich erhöht, da Kaffee weltweit teurer geworden ist.



Textrechte bei Urlaub Meer Strand

Aktualisiert am: 19. November 2025